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Mit großer Bestürzung und tief empfundener Trauer, habe ich dieser Tage, am 23.12.2004, in einem Nachruf des Tagesspiegel Berlin, die Nachricht vernommen, dass Bruder Peter nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 45 Jahren für immer von uns gegangen ist.
Ich bin stolz darauf Bruder Peter gekannt zu haben.
Egbert Rüthnick    Berlin, 26.12.2004

Wieder für einen Tag satt

Hunger - eines der elementarsten Gefühle des Menschen. Für den Normalbürger jederzeit einfach zu befriedigen, jedoch für Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, eine oft problematische Situation. Wo gibt es in dieser Stadt die Möglichkeit, ohne Ansehen der Person, egal ob man Obdachloser, Penner, Sozialhilfeempfänger, Junkie oder sonst wie zu den Randgruppen gehörender ist, etwas zu essen zu bekommen?

Eine dieser Einrichtungen ist die Suppenküche des Franziskanerklosters in Pankow, die kurz nach der Wende von der Gemeindeschwester Monika ins Leben gerufen wurde, nachdem die Nachfrage nach einer kostenlosen warmen Mahlzeit immer größer wurde. Später ging die Suppenküche in die Hände des Franziskanerklosters über. Zuerst wurde sie von Bruder Thaddaeus und Bruder Lukas geleitet, die jetzt jedoch in anderen Projekten stecken. So hat Bruder Thaddaeus den Franziskushof bei Zehdenick (Brandenburg) ins Leben gerufen, wo er entwurzelten Menschen ein Obdach gibt. Doch dies ist eine andere Geschichte. Bruder Lukas ist ins Privatleben zurückgekehrt und seitdem steht die Suppenküche unter der Leitung von Bruder Peter und Bruder Johannes.

Waren es anfangs nur ca. 20 Portionen, die täglich ausgeteilt wurden, sind es heute im Schnitt 300, manchmal sogar bis zu 500 Teller Suppe, wenn beispielsweise zur Sommerzeit zahlreiche Einrichtungen geschlossen haben. Zusätzlich erhält jeder Gast ein belegtes Brötchen oder eine Klappstulle sowie Salat und sonntags, wenn es die Spenden ermöglichen, auch ein Stück Kuchen. Dies zu realisieren erfordert eine enorme Logistik, zumal der gesamte Unterhalt sich nur durch Lebensmittel-, Sach- und Geldspenden trägt.Gleichwohl gab es bisher nicht einen Tag (ausser an den generell geschlossenen Montagen), an dem die Versorgung mit warmer Suppe ausblieb.

Obligatorisch ist immer eine stärkende Fleischeinlage. Vegetarier sollte man hier nicht sein. Ohne die vielen Freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer, wäre diese Arbeit nicht zu bewältigen. Ferner wird auch Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, die Chance gegeben, ihre in der Verurteilung erteilten Strafen in Form des Sozialen Dienstes abzuarbeiten. Die Suppenküche Pankow ist eine wichtige und unersetzliche Einrichtung dieser Stadt, dankbar für jede Spende, die unzähligen Menschen hilft, wenigstens einmal am Tag satt werden, sowie die Versorgung mit dem Nötigsten an Kleidung und anderen wichtigen Dingen des täglichen Bedarfs (ebenfalls aus Spenden) ermöglicht.

Mein Dank gehört Bruder Peter und Bruder Johannes, allen Freiwilligen und Helfern, sowie den Gästen der Suppenküche für ihr entgegengebrachtes Vertrauen und Mithilfe, die diese Reportage erst möglich machten.

Diese Fotoreportage ist das Ergebnis eines Reportagekurses im Frühjahr 2001 an der VHS Berlin-Kreuzberg unter der Leitung der überaus engagierten schwedischen Photojournalistin Ann-Christine Jansson. Durch ihren Enthusiasmus, der alle Teilnehmer dieses Kurses ansteckte und ihrem Rat und Tat entstanden sehr unterschiedliche Reportagen die letztendlich in den Druck einer Zeitung, zum "Tag der offenen Tür der VHS Berlin-Kreuzberg", gipfelte.

>>> Die Suppenküche von Pankow <<<